Saugbagger in Lübeck
72 Kilometer über die A1, rund 61 Minuten – so weit wie Kiel, im Tagesradius. Altstadtinsel, Hafen und ein Untergrund aus Jahrhunderten Bebauung.
Gut eine Stunde über die A1, ohne Elbquerung
Von unserer Betriebsanschrift in der Flughafenstraße 52a in Hamburg-Fuhlsbüttel bis auf die Lübecker Altstadtinsel rechnet das Routing rund 72 Kilometer und bei freier Fahrt etwa 61 Minuten je Richtung. Der Weg führt aus dem Norden der Stadt auf die A1 Richtung Osten, an Bad Oldesloe vorbei, dann von der Autobahn herunter in die Stadt. Ein voller Einsatztag in Lübeck trägt sich damit ohne Weiteres. Für einen kurzen Termin von ein, zwei Stunden steht die Fahrzeit dagegen in keinem Verhältnis zur Arbeitszeit. Dann lohnt es, den Abschnitt mit einem zweiten zusammenzulegen oder auf einen Tag zu warten, an dem mehr zusammenkommt.
Nachrechnen lässt sich die Lage an zwei Stellen. Kiel steht mit 91 Kilometern und 61 Minuten in derselben Tabelle. Die Landeshauptstadt liegt 19 Kilometer weiter und ist in derselben Zeit erreicht. Stade liegt mit 71 Kilometern praktisch gleich weit wie Lübeck, braucht aber 73 statt 61 Minuten, also zwölf Minuten mehr auf derselben Entfernung. Neben der Fahrzeit bestimmen Rüstzeit, Wartezeit und der Verbleib des Sauggutes, wie viel von einem Einsatztag am Ende auf die eigentliche Schachtarbeit entfällt.
Diese zwölf Minuten sind die Elbe. Nach Osten kreuzt die A1 sie nicht; die Fahrt nach Lübeck läuft an Elbtunnel und Elbbrücken vorbei, deren Verkehr sich schlecht vorhersagen lässt. Eine Lübecker Baustelle ist deshalb zeitlich verlässlicher zu erreichen als eine gleich weit entfernte südlich der Elbe. Auf dem Hamburger Ring steht man allerdings auch ohne Tunnel.
Unvollständig ist dagegen die Querverbindung innerhalb der Region. Von den acht A20-Bauabschnitten in Schleswig-Holstein sind zwei befahrbar, Lübeck–Geschendorf und Geschendorf–Weede. Sechs Abschnitte mit zusammen rund 80 Kilometern stehen aus, darunter die Verbindung von Wittenborn zur A7; gebaut wird seit Ende Mai 2026 zwischen Weede und Wittenborn. Für die Anfahrt aus Hamburg spielt das keine Rolle. Soll aber Lübeck mit einem Ort westlich davon an einem Tag zusammengelegt werden, liegt zwischen beiden Bundesstraße. Solche Tage planen wir mit Puffer auf die Routingzeit.
An- und Abfahrt stehen bei uns als eigener Posten und werden nach Zeit abgerechnet: 150 Euro netto je Stunde. Für Lübeck sind das gut zwei Stunden hin und zurück. Der Einsatz selbst kostet als Richtwert 1.800 Euro netto bei acht Stunden Einsatzzeit oder 230 Euro netto je Einsatzstunde, jeweils einschließlich Bedienpersonal und zuzüglich Umsatzsteuer. Das sind Richtwerte; verbindlich werden sie erst, wenn wir die Baustelle kennen. In Lübeck schlagen dabei vor allem die Zugänglichkeit der Arbeitsstelle und die Bodenart durch. Der Tagesansatz rechnet sich hier eher als der Stundenansatz, weil die Fahrzeit einmal anfällt, unabhängig davon, wie lange gearbeitet wird.
Fahrzeiten ab Hamburg-Fuhlsbüttel
Straßenentfernungen ab Flughafenstraße 52a, 22335 Hamburg zum jeweiligen Stadtzentrum, ermittelt per OSRM-Routing auf OpenStreetMap-Daten. Alle Angaben gelten bei freier Fahrt, ohne Verkehr und ohne Baustellen.
Auf der Altstadtinsel liegen mehrere Jahrhunderte übereinander
Die Altstadt liegt auf einer Insel zwischen Trave und Wakenitz und ist seit dem Mittelalter bebaut. Wer dort aufgräbt, muss mit Auffüllungen, verfüllten Kellern, Fundamentresten und Leitungen aus mehreren Generationen rechnen. Kunststoffkabel liegen neben Guss und Steinzeug, oft dicht übereinander. Bestandspläne bilden solche Schichten naturgemäß nur unvollständig ab, und was gröber ist als der Saugschlauch, geht nicht hindurch. Welche Materialien und Böden sich aufnehmen lassen, haben wir gesondert beschrieben.
Hier spielt die Arbeitsweise des Saugbaggers ihren fachlichen Vorteil aus. Den Boden trägt ein Luftstrom ab, ohne dass ein Zahn oder ein Löffel berührt, was darunter liegt. Was auftaucht, wird freigelegt statt zerrissen. Wo eine archäologische Baubegleitung eingebunden ist, lässt sich der Abtrag schichtweise führen und jederzeit anhalten. Vor dem Eingriff klärt eine Suchschachtung, was in welcher Tiefe tatsächlich liegt.
Solche Befundlagen kosten Zeit, und zwar unregelmäßig: Wo eine Fachkraft der Denkmalpflege oder die Bauleitung einen Befund erst beurteilen will, entsteht eine Unterbrechung, die sich nicht vorplanen lässt. Bei 61 Minuten Anfahrt je Richtung disponieren wir Lübecker Termine deshalb als ganze Tage. Dann steht die Maschine noch dort, wenn die Beurteilung abgeschlossen ist.
Wir stellen Saugbagger und Maschinist und tragen Boden ab, nach Weisung der Bauleitung und, wo eine archäologische Baubegleitung eingesetzt ist, nach deren Vorgaben. Bewertung und Dokumentation von Befunden liegen bei den dafür bestellten Fachleuten. Welche denkmal- und grabungsrechtlichen Auflagen für Ihre konkrete Baustelle gelten, klärt der Bauherr mit der zuständigen Behörde. Nach dem Abtrag übergeben wir den freigelegten Abschnitt; Verfüllen, Verdichten und Oberflächenschluss liegen bei Ihrer Kolonne.
Was den Zeitansatz verlängert
Abgerechnet wird Zeit. Wie viel davon ein Abschnitt braucht, entscheidet das Tempo, mit dem das Material durch den Schlauch geht. Zwei Punkte sind dafür im östlichen Landesteil maßgeblich.
Bindiges Material. Der Osten Schleswig-Holsteins ist das von der Weichseleiszeit geformte Hügelland; landesweit gilt es als von Geschiebemergel und Parabraunerden geprägt, also bindig bis wechselnd bindig. Der Zusammenhalt festerer Böden muss erst aufgebrochen werden, sonst nimmt der Luftstrom nichts mit. In Leitungs- und Wurzelnähe übernimmt das die Blaslanze, die punktuell Druckluft in den Boden schießt, ohne die Leitung anzugreifen. Aufnehmen lässt sich der Boden damit; er kostet mehr Zeit, und Zeit ist die Abrechnungseinheit.
Wasser im Boden. Liegt die Baustelle nah an Trave, Wakenitz oder einem der Hafenbecken, fragen wir vor dem Termin nach dem Grundwasserstand. Daran entscheiden sich zwei Dinge, die sich hinterher nicht mehr günstig lösen lassen: ob die Aufstellfläche ein schweres Nutzfahrzeug trägt, und was mit nassem Aushub geschieht, der sich nur begrenzt zurückfüllen lässt. Wohin das Sauggut geht, gehört in die Kalkulation.
Innerhalb eines einzigen Bauabschnitts können die Verhältnisse wechseln. Wie viel Boden in einer Stunde durch den Schlauch geht, hängt an Bodenart, Tiefe und Zugänglichkeit der Arbeitsstelle. Eine Zahl nennen wir, wenn wir diese drei Angaben haben, dazu das Baugrundgutachten oder die Homogenbereiche der Ausschreibung, sofern es sie gibt.
Wofür wir im östlichen Landesteil angefragt werden
Fünf Konstellationen, in denen konventionelles Gerät an eine Grenze kommt und sich ein ganzer Einsatztag in Lübeck rechnet.
Enge Gassen ohne Stellfläche
Wo die Zufahrt an einer Anliegerregelung, einem Poller oder schlicht an der Gassenbreite endet, entscheidet die Schlauchlänge zwischen der nächsten befahrbaren Stelle und der Arbeitsstelle im Hof über die Machbarkeit. Das Material geht direkt in den Behälter, eine Zwischenlagerfläche in der Gasse entfällt.
Arbeiten im Wurzelbereich
Die Lübecker Baumschutzsatzung vom 18. Dezember 2006 schützt Bäume ab 80 Zentimetern Stammumfang in 1,30 Metern Höhe. § 4 Nr. 4 verbietet Abgrabungen, Ausschachtungen und Aufschüttungen im Wurzelbereich; das ist der Bereich unterhalb der Krone zuzüglich 1,50 Meter. Wer dort an eine Leitung muss, hat praktisch die Wahl zwischen Handschachtung und wurzelschonendem Aushub. Ob im Einzelfall eine Ausnahme nötig ist, klärt der Auftraggeber mit der zuständigen Stelle der Hansestadt.
Gelände mit Schranke
Auf Umschlag-, Werft- und Betriebsgeländen an der Ostsee ist die Saugleistung selten das Problem. Zeit kostet, was davor zu regeln ist: wer aufs Gelände darf, wer einweist, welche Flächen gesperrt sind und wann der Umschlag ruht. Diese Punkte gehören ins Vorgespräch. Wird erst an der Schranke geklärt, wer einweisen darf, zahlen Sie die Wartezeit als Einsatzzeit.
Bauzeitfenster außerhalb der Saison
Wo Straßen- und Leitungsarbeiten in den Orten an der Lübecker Bucht in die Nebensaison gelegt werden, stehen die Termine lange vorher fest. Solche Tage lassen sich disponieren. Mehrere Abschnitte an einem Tag zusammenzulegen senkt zugleich den Anteil, den An- und Abfahrt an den Gesamtkosten haben; bei gut einer Stunde je Richtung lohnt diese Planung.
Korridor Fehmarnbelt
Für die Hinterlandanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung wird die 88 Kilometer lange Schienenstrecke zwischen Puttgarden und Lübeck aus- und neugebaut; die Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen. Entlang eines solchen Korridors entstehen zwangsläufig Kreuzungen mit Bestandsleitungen. Vergeben werden solche Arbeiten von den ausführenden Tiefbau- und Kabelbaufirmen, nicht vom Vorhabenträger. An sie richtet sich dieses Angebot, ebenso wie an Netzbetreiber mit freizulegenden Bestandstrassen.
Einsatz in Lübeck oder Ostholstein geplant?
Nennen Sie Ort, Leitungsart, Bodenart und Umfang. Je genauer die Angaben, desto genauer fällt die Aussage zum Termin aus.
Häufige Fragen
Rechnet sich ein einzelner Einsatztag in Lübeck?
Ein ganzer Tag ja, ein kurzer Termin eher nicht. Rund 72 Kilometer und 61 Minuten je Richtung sind gut zwei Stunden An- und Abfahrt, die als eigener Posten in die Rechnung gehen. Verteilt auf acht Stunden Einsatzzeit fallen sie kaum ins Gewicht, verteilt auf zwei Stunden bestimmen sie den Preis. Sagen Sie uns deshalb früh, wie viele Schlitze in welcher Tiefe anstehen. Reicht der Umfang für einen Tag nicht, schlagen wir vor, ihn mit einem zweiten Abschnitt in der Region zusammenzulegen. Richtwerte und Abrechnungseinheiten.
Wie lange brauchen Sie von Hamburg nach Lübeck?
Das Routing rechnet 72,2 km · ca. 61 Min. ab unserer Betriebsanschrift in der Flughafenstraße 52a in Hamburg-Fuhlsbüttel bis in die Innenstadt. Zwei weitere Ziele ordnen das ein: Kiel steht mit 91,0 km · ca. 61 Min. in derselben Zeit, obwohl es 19 Kilometer weiter liegt. Stade liegt mit 71 Kilometern praktisch gleich weit wie Lübeck und braucht 73 Minuten, zwölf mehr, weil die Elbe dazwischenliegt. Alle Werte gelten bei freier Fahrt zum jeweiligen Stadtzentrum.
Dürfen Sie in der Lübecker Altstadt arbeiten?
Als Abtragsverfahren ist das Absaugen dort im Vorteil, weil Bestandsleitungen und Fundamentreste dabei freigelegt werden. Unser Teil daran ist der Bodenabtrag mit Maschine und Bedienpersonal. Archäologische Fachkunde, Befundbewertung und Grabungsdokumentation liegen bei den dafür bestellten Fachleuten. Welche Auflagen gelten und welche Genehmigungen nötig sind, klärt der Bauherr mit der zuständigen Behörde. Ist eine archäologische Baubegleitung eingesetzt, arbeiten wir nach deren Vorgaben.
Wir müssen im Wurzelbereich eines geschützten Baumes an eine Leitung. Geht das?
Die Lübecker Baumschutzsatzung verbietet Abgrabungen und Ausschachtungen im Wurzelbereich, also unterhalb der Krone zuzüglich 1,50 Meter; ob eine Ausnahme erforderlich ist, klärt der Auftraggeber mit der zuständigen Stelle. Nach DIN 18920 hat der Bodenabtrag im Wurzelbereich durch Absaugen oder in Handarbeit zu erfolgen. Der Luftstrom legt die Wurzeln frei und lässt sie stehen; der Wurzelraum bleibt unverdichtet, weil kein schweres Gerät darauf arbeitet. Mehr zum wurzelschonenden Aushub.
Wie schlägt bindiger Boden auf den Zeitansatz durch?
Geschiebemergel und verdichtete Auffüllungen brauchen in aller Regel zuerst eine Lockerung mit Druckluft; erst danach nimmt der Luftstrom sie mit. Derselbe Suchschlitz ist in rolligem Sand früher fertig. Wie groß der Abstand zwischen beiden Fällen ausfällt, entscheiden Bodenart und Tiefe; beides fragen wir bei der Anfrage ab, weil sich der Zeitansatz sonst nur schätzen ließe. Welche Böden sich absaugen lassen.
Fahren Sie auch weiter nach Travemünde, Ostholstein oder Fehmarn?
Ja. Travemünde und die Orte an der Lübecker Bucht liegen von uns aus gesehen hinter Lübeck, in einer Größenordnung, die einen Tagestermin weiterhin zulässt. Für Fehmarn und die Küste weiter nördlich kommt die Strecke hinter Lübeck hinzu; dort planen wir eher mehrtägige Abschnitte. Nennen Sie den Ort, dann rechnen wir die Strecke ab unserer Betriebsanschrift in der Flughafenstraße 52a konkret durch.
Wie kurzfristig können Sie bei einer Havarie vor Ort sein?
Das entscheidet der Auftrag, auf dem die Maschine gerade steht. Vor der reinen Fahrzeit von rund 61 Minuten liegen zudem Disposition und Rüstzeit. Rufen Sie bei einer Havarie deshalb an. Ihr Ansprechpartner ist Martin Kuchenbecker, telefonisch unter 0173-2347419. Kurzfristeinsatz und Havarie.